Weltkrebstag

Gestern, 4. Februar, war Weltkrebstag (ich hatte das zwar auf dem Radar, aber leider in meinem Content-Kalender nicht eingetragen; wie nachlässig).
Sämtliche Tagesmedien berichteten sowohl print als auch online darüber. Demnach wären durchscnittlich 38 Prozent aller Krebserkrankungen unter Vermeidung der hinlänglich bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel sowie falsches bzw. ungesundes Essen vermeidbar (bei Frauen sind es 30 Prozent, bei Männern 45 Prozent der vermeidbaren Fälle. Dass die Prozentanzahl bei Männern höher liegt, mag darin begründet sein, dass Männer eher Vorsorgemuffel sind.
Die Tageszeitung Kurier bezieht sich in seinen Ausführungen etwa auf eine Gruppe Wissenschafter um Isabelle Soerjomataram von der Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon in Nature Medicine. Dass dieser oben genannte Wert nach Altersgruppe oder Herkunftsregion zu tun hat, liegt auf der Hand. Vor allem der Faktor Ernährung hat grossen Einfluss auf die Häufigkeit und die Art einer Krebserkrankung.
Fest steht jedenfalls, dass Alkohol einen enormen Einfluss auf die Entsteheung von Krebs hat. Und gleich möchte ich den geneigten Leser/die Leserin davon abbringen, im Zusammenhang mit Alkohol zuvorderst an Leberkrebs zu denken. Dieser ist nämlich statistisch (lt. WHO) gar nicht mal die häufigste Krebserkrankung bei alkoholkranken Menschen. Am häufigsten sind Erkrankungen des Magen-/Darm-Traktes (überbegrifflich: Darmkrebs) oder der Bauchspeicheldrüse sowie der Speiseröhre (hier vor allem in Zusammenhang mit Rauchen; wobei das Rauchen als zweites Suchtbild in Zusammenhang mit Alkoholsucht bei jeder Krebsart eine Rolle spielt; das ist die Zwei-Sucht-Theorie).
Diese Risiken gelten auch über die Überwindung einer Alkoholkrankheit hinaus. Bei der Leber haben wir den "Vorteil", dass sie sich bin zu einem gewissen Maße bzw. wenn die Schädigung noch nicht zu weit fortgeschritten ist, selbst regenieren kann - übrigens das einzige menschliche Organ, das dies tut. Bei anderen Organen ist dies nicht der Fall, deshalb bleibt das Risiko, aufgrund dauerhaftem hohem Alkoholkonsum an Krebs zu erkranken, auch nach dem Entzug bestehen - besonders bei Darm und Bauchspeicheldrüse.
Dieser Umstand wird bereits bei der Verstoffwechselung von Alkohol nach einer durchzechten Nacht schlagend. Hat die Leber bereits ausgeschieden und entgiftet, lagern die Alkoholpartikel bzw.. die Abbauprodukte noch lange an den Darmschleimhäuten und verursachen gemeinsam mit dem gestörten Zuckerstoffwechsel in der Bauchspeicheldrüse manchmal
über mehre Tage hinweg Verdauungsprobleme, die sich hauptsächlich durch veränderten Stuhlgang bemerkbar macht. Da hilft kein "Kater"-Rezept, wie sie so oft über den Jahreswechsel in den Medien propagiert werden.
Ich will da gar nicht erzählen, wie viele Menschen ich kannte, die an alkoholbedingten Krebserkrankungn verstorben sind. Alkoholiker und 60 Zigaretten am Tag - Speiseröhrenkrebs; Alkoholiker und schlechte Ernährung (hauptsächlich Fastfood) - Bauchspeicheldrüsenkrebs; Alkoholikerin und fast nie gegessen - Magenkrebs. Die Liste könte man beliebig weiterführen.
Daher gilt auch die empfehlung von WHO, von Suchtexperten und Allgemenmedizinern: so wenig Alkohol wie möglich; keinesfalls regelmäßig im Sinne von täglich (am besten vier Tage alkoholfrei); viel Bewegung (mein Hausarzt sagte mal zu mir: mit viel gesunder Bewegung ersparst Du Dir viele Krankheiten und Tabletten). Desgleichen gilt für das Rauchen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich nach dem Alkoholentzug das Racueh nicht aufgegeben habe, aber wesentlich reduziert. Ich weiss, gesund ist es trotzdem nicht.
Also, in diesem Sinne, #bleibttrocken.
Foto: istock/koto_feia