Gerichtsurteil
Es ist wie so oft - immer möchte man
ja nicht sagen – aber, reagiert wird erst dann, wenn etwas passiert
und wieder wer weint. Zum Weinen gibt es in diesem Fall genügend
Anlass – wie Puls24 berichtet.
Zwei 16-jährige Jugendliche kaufen in
einem Supermarkt - eine Lidl-Filiale in Frankreich - Wodka. Es
geschieht ein Unfall, einer der Buben stirbt bei einem
Motorroller-Unfall.
Die Mutter des verstorbenen Buben klagt
Lidl und bekommt vor dem höchsten Berufungsgericht in Paris Recht.
Die Supermarktkette wurde rechtskräftig zur Zahlung von 5.000 Euro
verurteilt. Es gehe ihr um die Botschaft, so die Mutter des
verstorbenen Jugendlichen.
Nehmen wir das zu Anlaß, über
österreichische Verhältnisse zu sprechen. Ich hatte noch keine
Kassakraft in einem der zahlreichen Supermärkte meiner Heimatstadt
gesehen, die bei Jugendlichen, die vermutlich teilweise noch Kinder
waren, Ausweise kontrolliert hätte. Ich hatte es an diesem Ort
schon öfter erzählt: Gymnasialschüler*innen kaufen vor dem
täglichen Schulbeginn frisch und fröhlich Alkopops ein - und:
keinen interessiert es anscheinend. Niemand kontrolliert.
Zu Erinnerung: Alkopops dürfen nur
dann an Jugendliche verkauft werden, wenn sie das 18. Lebensjahr
vollendet haben. Grund: der gebrannte Alkohol - meist Wodka oder Rum
- als eine der Hauptzutaten dieses Getränks.
Darunter ist sowohl der Einkauf als
auch die Konsumation von gebranntem Alkohol verboten. Ebenso verboten
ist es für Supermärkte und Lokale, diesen Typ von Alkohol an unter
18-jährige zu verkaufen. Und beides steht unter Strafe. Nur:
kontrolliert und sanktioniert wird das entweder gar nicht oder nur
schleichend oder mit Diversion. Bis halt so etwas Tragisches passiert
wie im genannten Beispiel aus Frankreich.
Oder können Sie sich erinnern, dass
jemals ein Supermarkt in Österreich bestraft worden wäre, wenn er
Alkohol an unter 16-jährige (Bier, Wein) oder unter 18-jährige
(Gebranntes wie Wodka, Rum, Whiskey, Gin u.ä.) verkauft hätte?
Und, Sie können sich ja denken, daß
ich in diesem Zusammenhang strengere, häufigere, vielleicht
lückenlose Kontrollen in Supermärkten und Lokalen fordere. Zum
Schutz von Kindern und Jugendlichen, zum Schutz für uns alle.