FASD - Folge von Alkohol in der Schwangerschaft

28.10.2025

Nicht nur, dass Alkoholkonsum - auch in kleinen Mengen in Gewohnheit - für erwachsene Personen ein enormes Gesundheitsrisiko darstellt, so gilt dies für schwangere Frauen in doppeltem Maße. Alkoholkonsum - möglicherweise sogar missbräuchlich - stellt nicht nur für die werdende Mutter eine Gefahr dar, sondern auch für den Fötus bzw. das zu erwartende Kind. Denn, nicht nur in der Schwangerschaft ist der Konsum von alkoholischen Getränken oder der Konsum von Nahrungsmitteln, die Alkohol enthalten - ja, deren gibt es viele - ein absolutes "No go", sondern auch während der Stillzeit des Babys.
Die Folgeschäden sind enorm und irreparabel - unabhängig von Menge oder Häufigkeit, unabhängig vom zeitlichen Fortschritt der Schwangerschaft oder der Stillzeit. Logisch und auch wissenschaftlich heißt dies: kein Alkohol während der für Embryo, Fötus und Baby prägenden körperlichen Entwicklungsphasen. Und "kein" heißt auch "kein" und nicht "ein bisschen" oder "wenig" oder "manchmal".
Diese Beeinträchtigungen bzw. Folgeschäden des Kindes werden unter dem Begriff Fetale Alkoholspektrumstörungen - Fetal Alcohol Spectrum Disorder oder auch FASD; eine Gruppe irreversibler physischer und psychischer Geburtsdefekte - zusammengefasst und sind irreparabel und damit nicht heilbar.
Im Fötus sind die Organe - insbesondere die Leber - noch nicht (voll) entwickelt, daher kann Alkohol, der durch die Aufnahme durch die Mutter in den Fötus gelangt, nicht oder nur unzureichend abgebaut werden. Alkohol ist ein toxisch wirkender, kleinmolekularer Stoff - ein Zellgift, der die Plazentaschranke durchdringt, so dass das Ungeborene in kurzer Zeit über die Nabelschnur den gleichen Alkoholgehalt im Blut aufweist wie seine Mutter. Nur zum Vergleich: Ein Embryo hat keine und ein Fetus nur geringe eigene Möglichkeiten zum Abbau von Alkohol, da die dafür notwendigen Enzyme nur sehr begrenzt vorhanden sind. Das Enzym Alkoholdehydrogenase, das beim Alkoholabbau eine wichtige Rolle spielt, erreicht erst beim fünfjährigen Kind den Wert eines Erwachsenen.
Fehlbildungen kann es auch beim zweiten wichtigen Ausscheidungsorgan, den Nieren kommen, zusätzlich läuft der Fötus Gefahr, am Herzen geschädigt zu werden. Seien es Herzrhythmusstörungen, Herzkammerflimmern oder ein Loch in der Herzwand sowie andere körperliche Unterentwicklungen. So ist eine signifikante Zahl von Frühchen oder unterernährten, gering gewichtigen Babys auf Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zurückzuführen. Zudem kann es zu körperlichen Verformungen insbesondere im Gesicht kommen.
Gleichzeitig gibt man dem Kind auch kognitive Defizite mit auf den Lebensweg, die sich spätestens in der sozialen Interaktion mit Mitmenschen oder mit dem Eintritt in den Kindergarten bemerkbar machen: Entwicklungsverzögerungen, Störungen beim Spracherwerb bzw. Sprechen, schlechte Lern- und Merkfähigkeit, Reizbarkeit und Aufmerksamkeitsdefizite, Ruhelosigkeit oder Aggressivität, Konzentrationsprobleme oder Lernschwierigkeiten, Probleme mit Feinmotorik und Körperkoordination. Folglich greift Alkohol in der Schwangerschaft auch das Gehirn und die Nervenstruktur von Embryo und Fötus an, was einmal mehr die toxische Wirkung von Alkoholkonsum beweist.

"FASD ist irreversibel und kann kausal nicht geheilt werden. Durch individuelle symptomatische Frühförderung kann jedoch häufig eine Erleichterung des Lebensalltags erreicht werden. Organische Anomalien können teils operativ behandelt werden (z.B. Herzfehler, Gaumenspalte). Psychische Auffälligkeiten, wie ADHS oder Störungen der Impulskontrolle, können medikamentös eingestellt werden."
Dr. Johanna Ettemeyer

Alkoholkonsum während der Stillzeit kann sich ebenso negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Babys auswirken. Alkohol gelangt über den Blutkreislauf in die Milch und wird dadurch vom Baby aufgenommen. Das kann den Schlaf des Babys stören und die Milchproduktion verringern. Das wiederum führt dazu, dass das Kind weniger Milch zu sich nehmen kann, dadurch ruhelos oder ungeduldig wirkt und öfters gefüttert werden muss.
Also: Machen Sie Schwangere ohne Umschweife darauf aufmerksam, dass Alkohol dem ungeborenen und auch dem neugeborenen Kind massiv schadet und damit möglicherweise für den Rest seines Lebens zeichnet. Als Partner verzichten Sie gerne Ihrer Partnerin und dem Baby zu liebe auf Wein, Bier oder Schnaps. Da ist Solidarität angesagt.

Quellen: WHO, Dr. Johanna Ettemeyer
Foto: Pixabay Free Stock, bearb. in Photoshop


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