FASD - Folge von Alkohol in der Schwangerschaft

Nicht nur, dass Alkoholkonsum - auch in
kleinen Mengen in Gewohnheit - für erwachsene Personen ein enormes
Gesundheitsrisiko darstellt, so gilt dies für schwangere Frauen in
doppeltem Maße. Alkoholkonsum - möglicherweise sogar missbräuchlich
- stellt nicht nur für die werdende Mutter eine Gefahr dar, sondern
auch für den Fötus bzw. das zu erwartende Kind. Denn, nicht nur in
der Schwangerschaft ist der Konsum von alkoholischen Getränken oder
der Konsum von Nahrungsmitteln, die Alkohol enthalten - ja, deren
gibt es viele - ein absolutes "No go", sondern auch während der
Stillzeit des Babys.
Die Folgeschäden sind enorm und
irreparabel - unabhängig von Menge oder Häufigkeit, unabhängig vom
zeitlichen Fortschritt der Schwangerschaft oder der Stillzeit.
Logisch und auch wissenschaftlich heißt dies: kein Alkohol während
der für Embryo, Fötus und Baby prägenden körperlichen
Entwicklungsphasen. Und "kein" heißt auch "kein" und nicht
"ein bisschen" oder "wenig" oder "manchmal".
Diese Beeinträchtigungen bzw.
Folgeschäden des Kindes werden unter dem Begriff Fetale
Alkoholspektrumstörungen - Fetal Alcohol Spectrum Disorder oder auch
FASD; eine Gruppe irreversibler physischer und psychischer
Geburtsdefekte - zusammengefasst und sind irreparabel und damit nicht
heilbar.
Im Fötus sind die Organe -
insbesondere die Leber - noch nicht (voll) entwickelt, daher kann
Alkohol, der durch die Aufnahme durch die Mutter in den Fötus
gelangt, nicht oder nur unzureichend abgebaut werden. Alkohol ist ein
toxisch wirkender, kleinmolekularer Stoff - ein Zellgift, der die
Plazentaschranke durchdringt, so dass das Ungeborene in kurzer Zeit
über die Nabelschnur den gleichen Alkoholgehalt im Blut aufweist wie
seine Mutter. Nur zum Vergleich: Ein Embryo hat keine und ein Fetus
nur geringe eigene Möglichkeiten zum Abbau von Alkohol, da die dafür
notwendigen Enzyme nur sehr begrenzt vorhanden sind. Das Enzym
Alkoholdehydrogenase, das beim Alkoholabbau eine wichtige Rolle
spielt, erreicht erst beim fünfjährigen Kind den Wert eines
Erwachsenen.
Fehlbildungen kann es auch beim zweiten
wichtigen Ausscheidungsorgan, den Nieren kommen, zusätzlich läuft
der Fötus Gefahr, am Herzen geschädigt zu werden. Seien es
Herzrhythmusstörungen, Herzkammerflimmern oder ein Loch in der
Herzwand sowie andere körperliche Unterentwicklungen. So ist eine
signifikante Zahl von Frühchen oder unterernährten, gering
gewichtigen Babys auf Alkoholkonsum in der Schwangerschaft
zurückzuführen. Zudem kann es zu körperlichen Verformungen
insbesondere im Gesicht kommen.
Gleichzeitig gibt man dem Kind auch
kognitive Defizite mit auf den Lebensweg, die sich spätestens in der
sozialen Interaktion mit Mitmenschen oder mit dem Eintritt in den
Kindergarten bemerkbar machen: Entwicklungsverzögerungen,
Störungen beim Spracherwerb bzw. Sprechen, schlechte Lern- und
Merkfähigkeit, Reizbarkeit und Aufmerksamkeitsdefizite,
Ruhelosigkeit oder Aggressivität, Konzentrationsprobleme oder
Lernschwierigkeiten, Probleme mit Feinmotorik und Körperkoordination.
Folglich greift Alkohol in der Schwangerschaft auch das Gehirn und
die Nervenstruktur von Embryo und Fötus an, was einmal mehr die
toxische Wirkung von Alkoholkonsum beweist.
"FASD ist irreversibel und kann
kausal nicht geheilt werden. Durch individuelle symptomatische
Frühförderung kann jedoch häufig eine Erleichterung des
Lebensalltags erreicht werden. Organische Anomalien können teils
operativ behandelt werden (z.B. Herzfehler, Gaumenspalte). Psychische
Auffälligkeiten, wie ADHS oder Störungen der Impulskontrolle,
können medikamentös eingestellt werden."
Dr. Johanna Ettemeyer
Alkoholkonsum während der Stillzeit
kann sich ebenso negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des
Babys auswirken. Alkohol gelangt über den Blutkreislauf in die Milch
und wird dadurch vom Baby aufgenommen. Das kann den Schlaf des Babys
stören und die Milchproduktion verringern. Das wiederum führt dazu,
dass das Kind weniger Milch zu sich nehmen kann, dadurch ruhelos oder
ungeduldig wirkt und öfters gefüttert werden muss.
Also: Machen Sie Schwangere ohne
Umschweife darauf aufmerksam, dass Alkohol dem ungeborenen und auch
dem neugeborenen Kind massiv schadet und damit möglicherweise für
den Rest seines Lebens zeichnet. Als Partner verzichten Sie gerne
Ihrer Partnerin und dem Baby zu liebe auf Wein, Bier oder Schnaps. Da
ist Solidarität angesagt.
Quellen: WHO, Dr. Johanna Ettemeyer
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