Einsam und/oder alleine

29.10.2025

Das mit dem Alleine-Sein ist so eine Sache. Schnell wird man als einsam abgestempelt. Völlig falsch. Wir haben es hier mit zwei unterschiedlichen Gegebenheiten zu tun, die unterschiedlichen Parametern folgen. Nun, die Unterscheidung fällt manchmal schwer, oder sie verläuft an eienm schmalen Grat.
Ich bin gerne alleine. Um ganz bei mir zu sein, zu Lesen, Musik z hören, doofe Cartoons mit dem Kugelschreiber auf liniertes Papier zu kritzeln, mit dem Hund durch die Straßen, über Hügel, Wiesen und Felder zu streifen oder, um zu schreiben.
Jedenfalls Dinge zu tun, die ich in Zweisamkeit nicht tun möchte, um die spärlich vorhandene und zu schnell dahinziehende gemeinsame Zeit nicht mit einen Alleine-Banalitäten zu verschwenden. Obwohl, sind es tatsächlich Banalitäten?
Ich denke nicht, Es sind Tätigkeiten, die ich brauche, um mein Hirn zu reinigen von all dem Alltagsschrott. Tätigkeiten, wie sie jeder braucht, es aber nur die wenigsten zugeben, dass sie sie brauchen. Ich stelle mir das Alleine-sein so vor: Man sitzt in einem Raum voller Möglichkeiten wie Bücher, Musik mit Stereoanlage (ich weiß, das ist oldschool), vielleicht ein Fernsehgerät und der Hund, ein Notizblock mit Schreibgerät. Ich habe Wahlmöglichkeit, da es mich nicht lähmt. Ich kann jederzeit rausgehen, mit dem Hund über Wiesen und Felder, in den Wald oder durch die Stadt. Ich kann jederzeit rausgehen unter Menschen, ins Kaffeehaus, auf den Markt, eine Veranstaltung.

Die Sache mit der Einsakmkeit

Auch mit der Einsamkeit ist es es so eine Sache. Ich sei wie ein einsamer Wolf, der durch die Straßen streunt, meine eine meiner Psychotherapeutinnen. Leise und suchend, wie Ronco der Geächtete oder Clint Eastwood "Fragt nicht, schießt gut" in der Weite etwa des Wilden Westens. Dabei war ich eigentlich nur Zigaretten und Wodka kaufen, und das auch nicht im Wilden Westen, sonder in der Hauptstraße meiner Heimatstadt. Die Einsamkeit ist wie eine leere Zelle, etwa eine Gummizelle, in der du dann nichts hast außer Wodka und Zigaretten. Völlig isoliert.
Alkoholiker sind in der Tat einsam oder auf dem besten Weg in die Einsamkeit. Im Gegensatz zum Alleine-Sein habe ich die Einsamkeit niucht genossen, ich habe sie mit Alkohol betä#ubt. Und auch da wieder die berühmte Henne-Ei-Frage: Trinkt man, weil man einsam ist? Oder wird man einsam, da man Trinker ist? Einsamkeit kann zu verstärktem Alkoholkonsum führen. Denn die Botenstoffausschüttung, die in wohl gediegener Gesellschaft im Gehirn passiert, versucht man durch Alkoholkonsum zu kompensieren.

Diese Henne-Ei-Frage taucht oftmals im Zusammenhang mit erhöhtem oder massivem Alkoholkonsum auf. Wie auch bei der Thematik Einsamkeit, kann diese Fragen auch in Zusammen hang mit Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen stellen. Alkohol ist ja schließlich auch eine psychoaktive Droge.Trinkt man, weil man depressiv ist? Oder wird man depressiv vom Trinken?
Jedenfalls besteht ein Zusammenhang von Einsamkeit, Isolation und Depression; weiter führend besteht ein Zusammenhang von Alkohol, Depression und Selbstmord. Die Isolation mit einhergehendem Alkoholmissbrauch betrifft vorwiegend ältere alleinstehende Menschen; junge Menschen hingegen bevorzugen das Trinken in Gesellschaft.
Bereits im Jahr 2010 berichtete die Tageszeitung "Der Standard" anlässlich des Welt-Suizid-Präventionstages über den Zusammenhang von Leben im Einzelhaushalt, Einsamkeit und eventuell Arbeitslosigkeit; betroffen wären sowohl ältere als auch jüngere Menschen. 2019 berichtet das SFR - Schweizer Radio und Fernsehen darüber, dass Jugendliche trotz der vielfachen Vernetzung auf sozialen Medien an Suizid denken.
Einsamkeit kann also tatsächlich töten. Ob es nun tatsächlich suizidale Fälle oder solche mit vermeintlicher natürlicher Todesursache, ist nicht verifiziert und erfasst. Die Weltgesundheitsorganisation geht in einem Überblick zu Ausmaß und Folgen der Vereinsamung (in) unserer Gesellschaft von rund 880.000 Todesfällen in Westeuropa aus. In Österreich fühlen sich rund 600.000 Personen einsam, wie eine Studie der Caritas in Zusammenarbeit mit Foresight ergab. Begründet wird dies mit mangelnden Sozialkontakten aufgrund er allgemeinen Teuerung, die eben das Ausgehen erschweren, oder gesundheitlichen Aspekten und darauf folgender Isolierung; oder auch mit Suchtverhalten, das den Sozialkontakt zumindest hemmt, wenn nicht verhindert.
Und soziale Medien schaffen der Einsamkeit keine Abhilfe, sie isolieren die Betroffenen noch mehr von der Realität. Gerade die sozialen Medien fördern, anders als man meinen sollte, die Vereinsamung des Individuums. Man hat zwar Follower und Friends sowie Visits, Kommentare und Likes, kommuniziert aber völlig isoliert, unpersönlich und von der Realität abgeschottet etwa vom Küchentisch aus. Frage: Welcher Facebook- oder LinkedIn- oder Instagram-User kennt alle "Friends" oder "Follower" tatsächlich persönlich?Ich lass das mal so stehen.

Nicht umsonst jedoch gibt es in Österreich zahlreiche Initiativen gegen Einsamkeit wie etwa die Nationale Anlaufstelle & Kompetenznetzwerk gegen Einsamkeit, die Plattform gegen Einsamkeit in Österreich :: socialcitywien der Social City Wien oder zahlreiche Angebote der Caritas unter dem Motto "Wege aus der Einsamkeit". Zudem gibt es Aktivitäten wie Single-Wandern, Sportaktivitäten für Alleinstehende bzw. Singles und zahlreiche Vereine gerade im Vereinsland Österreich. Einfach nutzen.

Foto: Bernd Klaus Achter


Erstellen Sie Ihre Webseite gratis! Diese Website wurde mit Webnode erstellt. Erstellen Sie Ihre eigene Seite noch heute kostenfrei! Los geht´s