Alkoholiker: „schwer“ oder „leicht“

Daß die deutsche Sprache eine der
schwieriger zu erlernenden Sprachen ist, ist wohl landläufig
bekannt. Traurig ist aber, daß selbst sogenannte "Native Speaker"
mit der Sprache nicht umgehen können. Da werden oftmals Adjektiva
oder Präpositionen vorangestellt, die da gar nichts zu tun haben
(sollten).
Der Begriff "schwerer" Alkoholiker
ist schlichtweg Schwachsinn; ebenso wie "schwerer" Diabetiker.
Auch die Bezeichnung "schwer" krebskrank ist schlichtweg Nonsens.
Denn was bitte ist per definitionem ein
"schwerer" Alkoholiker? Soll mit dieser Bezeichnung auf die
Trinkmenge der betreffenden Person aufmerksam gemacht werden? Auf die
Häufigkeit des Konsums? Auf die Art des Konsums? Also Wein, Bier
oder Schnaps?
Alkoholiker ist und bleibt Alkoholiker
- da gibt es kein "schwer" oder"leicht". Man ist
alkoholkrank, meinetwegen ein Trinker, Säufer oder sonstwas. Man hat
Diabetes - auch da gibt es kein "schwer" oder "leicht". Woran
würde man hier wohl die Bezeichnung anwenden? Wieviele
Unterzuckerungen die betroffene Person pro Woche hat? Oder
Überzuckerungen? Wie will man das bei einer Krebserkrankung fest
machen? Mit Metastasen ist schwer, ohne solchen leicht? Dises
Bezeichnungen sind schlichtweg Schwachsinn und dienen lediuglich der
Dramatisierung eines gesundheitlichen Sachverhaltes eines/einer
Anderen durch die erzählende Person.
Wenn eine Person dann nicht mehr
trinkt, könnte sie dann den irrigen Gedankengang folgend nun
"Leichter" trockener Alkoholiker oder "schwerer" trockener
Alkoholiker sein?
"Schwer" und "leicht" lassen
sich in diesem Zusammenhang lediglich auf das Körpergewicht der
betreffenden Person anwenden.
Also, liebe Mitbürger: Spart Euch
solche Formulierungen. Die Wahrheit lautet: Man ist Alkohliker,
Diabetiker oder an Krebs oder an einer anderen Krankheit erkrankt.
Jede andere Formulierung ist "schwere" Dummheit.
Illustration: Bernd Klaus Achter